Das Hotel Post in dem kleinen Vorarlberger Ort Bezau hat eine lange Tradition. Bereits 1850 bestand eine Poststation, an die ein Gasthaus angegliedert war. 1970 baute Leopold Kaufmann, der Vater des Architekten, ein neues Hotel, das über die Jahre erweitert wurde. Das Resultat ist eine heterogene Akkumulation von Gebäuden, bestehend aus dem Hotel, einem Hallenbad und einer Tennishalle. Daran sollte nun ein weiterer Trakt mit Zimmern und einem Veranstaltungssaal angebaut werden. Da das Hotel bis auf vier Wochen im Winter das ganze Jahr in Betrieb ist, war die Prämisse, ein System zu finden, mit dessen Hilfe der Anbau in dieser kurzen Zeit errichtet werden konnte. Die Lösung waren vorgefertigte Hotelzimmerboxen, die vollends installiert auf die Baustelle transportiert wurden und nur noch aufeinandergestapelt werden mussten. Da die Boxen mit den Außenmaßen von 7,50 ≈ 4,00 Metern selbsttragend und in sich steif sind, war keine Primärkonstruktion notwendig. Die inneren und äußeren Oberflächen, Heizestrich und Sanitärmöbel waren bereits integriert. Als Installationsschächte dienen die Hohlräume zwischen den einzelnen Zellen. Nur die Glaswände der Bäder und die Einrichtungsgegenstände aus Holz mussten noch eingebaut werden. Die Montagezeit für die Boxen und das Dach, das mit einer Kunststoffbahn abgedichtet wurde, betrug nur zwei Tage. Nach genau einem Monat war der Anbau für den Einzug der Gäste bereit.
