Begehbares Flachdach, Gartenmannbelag

 - Rudolf Lempp

Begehbare Terrasse. // 1 Blechrinne auf Pappe 2 Blechstreifen, 3 Asphaltplatten in Asphaltmörtel verlegt, 4 mehrfache Asphaltpapplage dicht verklebt, 5 Bimszementdielen, 6 Hohlraum, 7 Wärme- und Schallschutzschicht, 8 Bimshohlkörperdecke, 9 Lüftung zur Beseitigung der Abbindefeuchtigkeit, 10 Unterlagsrippen.

Begehbares Flachdach, Gartenmannbelag
Bild 314. Begehbare Terrasse. // Bild 315. 1 Blechrinne auf Pappe 2 Blechstreifen, 3 Asphaltplatten in Asphaltmörtel verlegt, 4 mehrfache Asphaltpapplage dicht verklebt, 5 Bimszementdielen, 6 Hohlraum, 7 Wärme- und Schallschutzschicht, 8 Bimshohlkörperdecke, 9 Lüftung zur Beseitigung der Abbindefeuchtigkeit, 10 Unterlagsrippen.

D. Bei begehbaren Terrassen liegt die Hauptschwierigkeit in der Dichtung der Anschlüsse an die höher geführten Bauteile, von denen der Zugang zur Terrasse erfolgt, sowie an die Geländer oder Brüstungsmauern, die die Terrasse umschließen (Bild 314-321).

Solche Terrassen sollen mit Rücksicht auf die Gefahr der Undichtigkeit Steindeckenunterlagen erhalten. Holzgebälk wird am besten mit einem Blechdach abgedeckt. Um es begehbar zu machen, wird ein Lattenrost in handliche Stücke untergeteilt, aufgelegt.

Bei Stahlbetondecken muß alle 10 m Deckenlänge eine Dehnungsfuge eingeteilt werden.

Alle über die Terrasse hochgehenden Mauerteile müssen wasserdicht abgedeckt sein, damit das Wasser nicht durch sie in das Mauerwerk eindringt.

An ihnen selbst sind die Dichtungslagen mindestens 10 cm hochzuführen.

Besondere Beachtung ist den Anschlüssen an Türschwellen zu schenken (s. Abb. 314 und 321).

Begehbare Dachbeläge über Steindecken lassen sich herstellen

1. durch zwei je etwa 2 cm starke Lagen von Gußasphalt (die untere weich und geschmeidig, die obere durch Sandzusatz gehärtet).

Dieser Terrassenbelag hat vor allem den großen Vorzug, daß Undichtigkeiten der Oberfläche leicht festzustellen und durch Ausgießen zu beseitigen sind.

Er wird um so länger halten, je stärker er begangen wird. Unbenützte Asphaltbeläge werden leicht rissig. Deshalb ist die folgende Lösung häufiger in Gebrauch:

2. durch Herstellung einer wasserdichten, mehrlagigen Pappedichtung im Gefäll über der Betondecke.

Bei besonders heiklen Bauten kann eine Blei-, Tekuta- oder Aluminiumfolie zwischen die Pappelagen eingelegt werden.

Über diese Dichtungsschicht kommt dann eine feste Gehschicht in Form eines Plattenbelags oder einer in Felder von höchstens 1 m2 geteilten Zementestrichschicht mit in Asphalt ausgegossenen Fugen (Gartenmannbelag, siehe Bild 314-321).

Auch hier ist der Wärmedichtung der Decke und den Anschlüssen an höhergeführte Mauern besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

Die ganze Konstruktion wird meist aus folgenden Teilen bestehen (Bild 314 und 315):

a) Die Massivdecke, alle 10 m durch Dehnungsfugen geteilt, die durch bewegliche Blechfalten gut überbrückt sind.

b) Darüber Wärmeschutzplatten aus Holzfaser, Kork, Torf oder Glaswolle.

c) Darüber eine dichte Pappschicht und auf ihr ein Gefällbeton als Unterlage für die eigentliche Dichtungsschicht. Dieser Gefällbeton wird ziemlich stark, wenn aus ihm noch Längsrinnen zur Entwässerung hinter massiven Brüstungen ausgespart werden sollen. (Terrassen mit offenen Geländern sind daher immer leichter zu lösen, als solche mit gemauerten Brüstungen).

Dieser Gefällbeton ist in Flächen von höchstens 10 m2 durch Dehnungsfugen unterzuteilen, die mit Asphalt auszugießen sind.

d) Darüber wird nun die eigentliche Dichtungsschicht als mehrlagige Pappe (eventuell mit Zwischenlage einer Metallfolie) aufgeklebt.

Ehe diese Dichtung aufgeklebt wird, muß der Gefällbeton gut abgebunden haben, da er nachher nach oben und unten luftdicht abgeschlossen ist. Da der Beton jedoch jahrelange Abbindezeit hat und dabei Wasser ausscheidet, liegt hier eine besondere Schwierigkeit der Konstruktion. Ein Weg aus dieser Schwierigkeit ist der, das Gefäll aus Zementdielen herzustellen, die fertig abgebunden auf Rippen verlegt werden. So entsteht zwischen den Rippen ein Hohlraum, der durch Lüftungskanäle im hochgehenden Mauerwerk entlüftet werden kann (s. Bild 315).

Bei der Entwässerung der Terrasse muß stets berücksichtigt werden, daß die eigentliche Dichtungsschicht einen Anschluß an die Entwässerungsrinne oder Ableitung erhält, auch wenn der Gehbelag selbst als wasserabführende Fläche angesehen wird.

e) über der Dichtungsschicht liegt der Gehbelag aus frostsicheren Platten oder als Gartenmannbelag ausgebildet.

Alle Durchbrechungen von Brüstungen oder Decken zur Entwässerung, oder zur Befestigung des Geländers sind besonders sorgfältig zu dichten.

Entwässerungen durch das Innere von Gebäuden sind nur möglich, wenn sicher ist. daß das Gebäude im Winter stets geheizt ist. Am besten ist es immer, wenn alles Wasser auf kürzestem Weg über die Hausflucht weg und über vorgehängte Rinnen abgeleitet wird.

Bild 314. Begehbare Terrasse. 1 Wandsockel mit hochgezogener Trennschicht, 2 Frostsichere Bodenplatten, 3 Zementmörtel, 4 Wasserdichte Trennschicht aus mehreren gut verklebten Schichten Bitumenpappe am besten mit einer Metallfolieneinlage, 5 Gefällbeton, 6 Verklebte Pappe, 7 Wärmeschutzplatten aus Torf, Holzfaser, Kokosfaser, Glaswolle, Kork oder Ähnlichem, 8 Stahlbetondecke, 9 Dehnungsfuge, 10 Pappeunterlage, 11 Blechauskleidung der Wasserdurchlauföffnung durch die Brüstungsmauer, 12 Rinnenkessel, 13 Linoleum, 14 Estrichunterlage (Zement-, Gips- oder Magnesiumestrich), 15 Schallschutzschicht (Sandschüttung oder Korkschrott oder ähnlicher weicher Baustoff), 16 Mannstädt-Stahlzarge, 17 Wasserdichte Blechabdeckung der Brüstungsmauer. Das Abdeckblech ist durch verdeckte Haften am Stein festgehalten.

Bild 315. 1 Blechrinne auf Pappe, 2 Blechstreifen, 3 Asphaltplatten in Asphaltmörtel verlegt, 4 mehrfache Asphaltpapplage dicht verklebt, 5 Bimszementdielen, 6 Hohlraum, 7 Wärme- und Schallschutzschicht, 8 Bimshohlkörperdecke, 9 Lüftung zur Beseitigung der Abbindefeuchtigkeit, 10 Unterlagsrippen.

Bild 316. Terrassendichtung. Auf dem Unterboden werden die Pappebahnen aufgeklebt, an den anstoßenden Mauern hochgezogen.

Bild 317. Gartenmannbelag. Auf der dichten Trennschicht aus sorgfältig verklebten Pappebahnen wird ein 2 cm starker Zementstrich aufgebracht. Er wird beim Auftrag durch Hohleisen in Felder von etwa 1 qm unterteilt. Durch Entfernung der Eisen entstehen breite Dehnungsfugen. die mit Asphalt ausgegossen werden.

Bild 318. Gartenmannbelag. über dem Estrich (siehe Bild 317) wird eine zweite 1 cm starke Zementmörtelschichte (Schlußbelag) aufgebracht. Sie wird über den Dehnungsfugen des unteren Estrichs nach schmalen Fugen aufgeschnitten.

Bild 319. Terrasse mit Geländer über einer Stahlbetonrippendecke mit Wärmeschutzauflage und Gartenmannbelag.

Bild 320. Fugenausbildung am Gartenmannbelag.