Die Kappen kann man auch von Schwemmsteinen, Korksteinen und anderen leichten Stoffen machen, wo es sich um Gewichtsverminderung handelt und diese Stoffe sonst zulässig sind.
Ebenso können die Kappen aus gestampftem Cementbeton (1 Cement, 5 bis 6 Sand mit Kies oder 1 Cement, 2 Sand, 4 bis 6 Steinschlag) bestehen, 1/10 Pfeil, im Scheitel 6 bis 12 cm stark; Abgleichung bis Trägeroberkante durch Schlackenbeton, Abb. 5 und 6. Auch als Platten ohne Stich ausführbar, Abb. 7 und 8.
Wesentlich verbessert ist diese Deckenart durch die Monierbauweise, welche in der Cementmörtel-Umhüllung eines zwischen oder über die I-Träger gelegten oder auch gewölbeartig eingespannten Eisengerippes besteht und durch eingelegte Drahtgeflechte noch verstärkt wird, Abb. 9. Als Gewölbe von 4,50 m Spannung nur 0,40 m Pfeil und 5 cm Scheitelstärke; dabei ist das Eigengewicht der Kappe 115 kg/qm und die erlaubte Nutzlast 1500 kg/qm. Bei 8,0 m Weite 0,75 m Pfeil, 5 cm Scheitelstärke und 8 cm Stärke am Kämpfer, 140 kg/qm Eigengewicht der Kappe, 2500 kg/qm zulässige Nutzlast (Angaben der „Hütte“). Auch ebene Monierplatten, mit Falz einander überdeckend und von den Trägern in den Fugen unterstützt, sind geeignet und 12 mal fester als eine gleich starke Betonplatte, Abb. 10.
Solche flache oder gewölbte Monierdecken können wie die Betondecken auch als massive Dächer dienen, indem auf sie als Unterlage in Holzcement eingedeckt wird (nicht Theerpappe als Isolirung und 3 Lagen Papier mit Holzcement, sondern 8 mm hoher Sand als Isolierschicht und 4 Lagen Papier mit Holzcement, s. Holzcementdach unter Dachdeckung).
Andererseits lassen sich Decken, die keine Last tragen, sondern nur einen Raum nach oben abschließen sollen, ebenfalls in Monierweise bis zu einem gewissen Grade feuersicher und massiv, gewölbeartig und in allen anderen Formen herstellen, z. B. solche über Kirchen, Sälen, Hallen usw. Dabei vermindert sich die Stärke fast bis auf die von Putz und mithin werden auch das Gewicht sowie der Schub wesentlich geringer.
Nur als oberer Raumabschluß dienen die nach ähnlichem Grundsatze hergestellten Rabitzdecken aus in Gips gehülltem Drahtgeflechte, gewöhnlich unter Kappendecken von Flacheisen (60/8 mm stark und O,75 m von einander), die auf den unteren Flanschen der I-Träger liegen, getragen.
Als tragende massive Decke kommt weiter die aus Wellblech in Betracht, welches als gerades oder gebogenes Trägerwellblech meist zwischen, jedoch auch über eiserne I-Träger gelegt und oben mit Cementbeton gefüllt und abgeglichen wird, Abb. 11, 12 und 13.
Zu Decken eignen sich bei ähnlicher Verwendung auch Drahtziegel, Abb. 14; vergl. Drahtziegel mit Abb.
Auf der guten Verbindung, die Eisen und Cement eingehen, beruht die Deckenart nach dem System Hennebique. Man stellt Träger aus Cementbeton mit Eisenstabeinlagen der Art her, daß das Eisen, völlig fest eingebettet, auf Zug und der Cement hauptsächlich auf Druck beansprucht werden; das ist möglich, indem die Eisenstäbe auf halber Trägerlänge ziemlich nahe der unteren Trägerfläche liegen, sich aber den Enden zu nach der oberen hinaufziehen, dadurch die nöthige Zugfestigkeit da bewirkend, wo der Träger auf solche beansprucht wird, während als Druckfestigkeit an der oberen Trägerfläche die im Cement genügt. Zwischen diesen Trägern, die somit gewissermaaßen durch Eisen armirte Betonbalken sind, werden Betonplatten eingestampft, die wiederum auf dieselbe Weise durch Rundeisen verstärkt sind. Solche Decken lassen sich bis 16,0 m weit spannen.
Abb. 8. Decke.
Gerade Betonplatte, von der die Träger unten eingehüllt sind, sodaß die Platte von unten zwar gegen das Feuer sichert, aber unverhältnißmäßig stark wird. Auf den rauhen Beton kann von unten ohne Weiteres der Deckenputz aufgetragen werden. Für bessere Räume und, wo es auf Schallsicherheit ankommt, wegen des Sandes über dem Beton zu empfehlen.
Abb. 9. Decke in Monierart.
Die Eiseneinlage ist hier so angeordnet, daß durch sie die auf Zug beanspruchte Stelle der Platte, also die Mitte der Unterseite, den nöthigen Widerstand leisten kann. Die innige Verbindung des Betons mit dem Eisen und die fast gleiche Ausdehnung beider Stoffe durch Wärme geben die günstige Wirkung.
Abb. 10. Decke in Monierart für den Fußboden und mit Rabitz- oder Monierputz als Untersicht; die für die Untersicht hergestellten Platten sind beiderseits für das Auflager auf die untere Trägerflansche so gekröpft, daß die Träger unterputzt werden können, ohne aus der Deckenfläche hervorzutreten. Dazu sind die Drahtgeflechtsenden um die untere Flanschfläche beiderseitig herumgekröpft und mit einander verflochten, wodurch sie dem Putze Halt bieten.
Abb. 11. Decke von Trägerwellblech, welches über die Träger hinweggeht; unten gerade Decke.
Abb. 12. Decke von bombirtem Trägerwellbleche zwischen den Trägern.
Abb. 13. Decke von Trägerwellblech zwischen den Trägern, um Höhe zu sparen auf Hölzer gelegt, die auf den unteren Trägerflanschen lang liegen.
Abb. 14. Decke. Drahtziegel über die I-Träger hinweggehend mit Estrich als Fußboden. Eigentliche Decke Putz auf Drahtziegeln, mit Draht an Rundeisen aufgehängt, die auf den Trägerunterflanschen aufliegen. Der Putz geht unter den Trägern weg und wird aus Gipskalkmörtel für jede Art Räume hergestellt, aus Cementmörtel für Decken, die dunst- und dampfabschließend sein sollen wie die in Ställen, Fabriken, Brauereien, Färbereien, Küchen, Bädern usw.






