Holzfußboden, Dielenboden, Parkett

 - Wilhelm Stüber

Fußboden, rauher, aus ungefügten Brettern für untergeordnete Räume // Fußboden aus gefalzten Brettern // Fußboden aus gespundeten, einseitig gehobelten Dielen // Verbindung der Dielen mit Nuth und Feder // Abb. 7 Andere Art der Spundung

Holzfußboden, Dielenboden, Parkett
Abb. 1. Fußboden über dem Erdreiche; er muß durch ventilirten Luftraum isolirt werden // Abb. 2. Fußboden über dem Erdreiche wie in Abb. 1 hergestellt, aber mit Fehlboden und Sandunterbettung der Diele

Für Wohn- und Gesellschaftsräume Holzfußboden; Kiefernholz für gewöhnliche Räume, Eiche für bessere, Rothbuche zu Stabfußböden zwar empfohlen, aber wegen seines starken Arbeitens nicht überall anwendbar, hat sich auch nicht überall bewährt. Tanne für untergeordnete Zwecke, z. B. Blindböden, Yellow pine und Pitch pine, wo es auf Dauerhaftigkeit bei vieler Benutzung ankommt; Nußbaum-, Mahagoni-, Palisander-, Ahorn- und Ebenholz nur zu Luxusbauten. Auflager über massiven Decken auf Lagerhölzern, die in Schlackenbeton, auch in Kohlengruß, Sand u. dgl. durchaus trocken einzubetten sind. Ueber dem Erdreiche schafft man haltbaren Fußboden in Brettern nach Abb. 1 und 2. Balken sind am Besten gleich mit Oberkante bündig zu verlegen; anderenfalls ist es nöthig, ihre verschiedene Höhenlage durch (Abarbeiten oder) Auffüttern, d. h. Aufnageln von Leistchen, in die Wage zu bringen, ehe die Bretter aufgebracht werden. Auch gutes Unterstopfen mit Sand, den man zweckmäßig inmitten der Balkenfächer ein wenig anhöht, ist nöthig.

Die gewöhnlichste Art Fußboden in Holz ist der rauhe, Abb. 3, aus beiderseits ungehobelten, nicht gefugten sondern nur gesäumten, quer über die Balken gelegten und mit je zwei Drahtstiften auf jeden Balken genagelten Brettern, die am Besten nicht über 15 cm breit und nicht unter 2,5 cm dick sind; jedes Brett wird wie auch bei allen anderen Holzfußbodenarten fest an das nächste getrieben, was geschieht, indem man es mit Holzkeilen verspannt, die zwischen dasselbe und unweit in die Balken geschlagene Bankeisen getrieben werden. Dieser Boden ist, da die Dielen zusammentrocknen und somit die Fugen größer werden, nur für untergeordnete Räume geeignet oder dient als Blindboden, der nur die Unterlage für Stab- oder Parkettböden bildet.

In besserer Ausführung genügt er auch für einfache Lagerräume, wo jedoch wenigstens ein einfacher Falz zwischen den Brettern anzuordnen ist, Abb. 4. In den gewöhnlichen Wohnräumen ist 3 bis 3,5 cm starker Fußboden aus Dielen einseitig behobelt gebräuchlich, die in Nut und Feder, Abb. 5, verbunden oder vielmehr gewöhnlich gespundet, Abb. 6 und 7, sind, wobei verdeckte Nagelung ausgeführt werden sollte. Die Länge dieser Dielen wird thunlichst genau den Raumabmessungen angepaßt; anderenfalls Stöße über Balken in Abwechselung. Im Mittelalter und selbst noch zu Anfang des 19. Jahrhunderts waren die Dielen sehr breit, haben aber, wenn auch stellenweise gut verbunden, doch in Folge des Schwindens schließlich weite Fugen bekommen; daher jetzt allgemein möglichst nicht über 15 cm breite Dielen. Fußbodenbretter dieser Art nennt man lange Riemen, die auch nach Abb. 8 mit Wand- und Mittelfriesen verlegt werden können. Da die Dielen nicht genau gleich stark sind, müssen sie nach dem Verlegen an den Fugen abgehobelt. werden; meist werden sie deckend gestrichen, jedenfalls stets geölt und gefirnißt. Ob die Kernseite nach oben oder unten verlegt werden soll, ist Ansichtssache. Die Kernseite wird stets convex; liegt sie nach unten, so splittern die Bretter nicht ab, wenn sich auch auf Brettern mit der Kernseite nach oben besser gehen läßt, s. auch Bauholz S. 136 und 137. Parkettähnlich wird schon der gewöhnlich als Riemenfußboden, Abb. 9, benannte Holzbelag, der auch Stab-, Fischgrat- und Kapuzinerboden heißt und einen Blindboden erfordert, wenn er nicht mit besonderer Fälzung, s. Asphalt Abb. 6, in Asphalt verlegt wird: wodurch er, gegen die feuchte Kälte der Kellerdecken geschützt, ausgezeichnet für alle Erdgeschoßräume ist. Sonst sind die Riemen, deren Länge zum Fischgratmuster 1/10 ihrer Breite nicht übersteigt - sie sind gewöhnlich 6 bis 10 cm breit, bis 70 cm lang und 2,5 cm dick -, gespundet mit verdeckter Nagelung. Sie werden nicht deckend gestrichen, sondern am Besten gebohnt.

Parkettböden, Abb. 10, haben ebenfalls stets einen Blindboden nöthig; auf ihn werden aus mehreren Brettern in verschiedener Maserrichtung zusammengespundete Tafeln von 30 bis 60 cm Seitenlänge in Nuth und Feder verlegt, wobei man zweckmäßig von der Mitte des Raumes zu verlegen anfängt, wenn nicht wie bei schiefwinkeligen Räumen die Fensterseite für die Reihen maaßgeblich wird. Friese an den Wänden sind bei Parkett üblich. Das Muster darf weder zu groß für kleine Räume sein, noch für das Auge eine plastische Wirkung hervorbringen, was bei dem beliebten Würfelmuster der Fall ist. Die Dickten, so nennt der Parkettleger die Tafeltheile, sind in verschiedener Faserrichtung zusammengeleimt, oder die Tafeln bestehen aus Rahmen und Füllungen mit darüber geleimten Dickten, um dem Arbeiten des Holzes thunlichst zu begegnen. Werden mehrere Holzarten zu einem Muster verleimt, so müssen sie gleich hart sein, damit gleiche Abnutzung stattfindet. Parkett sollte nicht nachgehobelt werden müssen, auch stets nur gebohnt werden. Nicht angenehm ist das unvermeidliche Knarren des Parketts beim Begehen und der Umstand, daß sich die Tafelfläche in Folge von Feuchtigkeit da, wo die Wände die Ausdehnung hindern, hoch hebt und dann nicht leicht wieder eben zu machen ist. Parketttafeln lassen sich auch auf Beton verlegen, was am Besten nach Ludolf (Hannover) scher Art geschieht. Sie besteht darin, daß man in den noch weichen Beton breitköpfige Nägel etwa 15 cm weit von einander so schlägt, daß sie mit der Oberfläche zwar bündig sind, unter ihrem Kopfe aber eine kleine Vertiefung bleibt; es ist dadurch möglich, Jute über die Fläche hinter die Nagelköpfe zu spannen und auf diese .die Parketttafeln mit Käsequark aufzukleben.

Abb. 1. Fußboden über dem Erdreiche; er muß durch ventilirten Luftraum isolirt werden; die Lagerhölzer werden auf Backsteinpfeilerchen gelegt und von diesen durch Theerpappe isolirt; Lüftung des Hohlraums unter der Dielung durch in die Dielen eingebohrte Löcher an den Wänden entlang; diese Löcher können auch durch die Scheuerleisten verdeckt werden, wenn durch (vergitterte) Oeffnungen in diesen Luft eindringen kann.

Abb. 2. Fußboden über dem Erdreiche wie in Abb. 1 hergestellt, aber mit Fehlboden und Sandunterbettung der Dielen, um den Fußboden wärmer und weniger schallend zu machen. Ventilation des Hohlraums durch Luftlöcher in den Wänden von außen oder durch Einmündung dieser Luftlöcher in die Luftisolirung hohler Mauern.

Abb. 3. Fußboden, rauher, aus ungefügten Brettern für untergeordnete Räume und als Blindboden.

Abb. 4. Fußboden aus gefalzten Brettern

Abb. 5. Fußboden aus gespundeten, einseitig gehobelten Dielen, wie er in gewöhnlichen Wohnräumen üblich ist, mit verdeckter Nagelung

Abb. 6. Fußboden. Verbindung der Dielen mit Nuth und Feder

Abb. 7. Fußboden. Andere Art der Spundung, bei der die verdeckte Nagelung sich leichter herstellen läßt.

Abb. 8. Fußboden. Lange Riemen mit Wand- und Mittelfriesen verlegt.

Abb. 9. Fußboden. Riemen oder Stäbe in Fischgrätenforrn auf Blindboden verlegt.

Abb. 10. Parketttafeln auf Blindboden; die Maserung läuft einander entgegen.