Schornsteinanschlüsse

 - Franz Hart

D32 Schornsteinanschlüsse // gemauerter Anschluß // verputzter Schornstein

Schornsteinanschlüsse
D32 Schornsteinanschlüsse // a gemauerter Anschluß // b verputzter Schornstein

Der gemauerte Anschluß (a) setzt voraus, daß der Schornstein im First ausmündet oder zumindest den Firstziegel gerade noch erreicht (222), so daß auf allen vier Seiten das Wasser von der mit Haarkalkmörtel gedichteten Anschlußfuge wegrinnt; er verlangt außerdem eine sehr sorgfältige Ausführung. Der Mörtel haftet auf den aus der Maschine gepreßten Dachziegeln nicht so gut wie auf den handgestrichenen von ehedem. Die Schornsteinwange wird beim Durchgang durch die Dachhaut von ½ auf ¾ oder besser 1 Stein verstärkt. Unter diesen Mauervorsprung greifen die Dachziegel, an den Seitenflächen zweckmäßig durch Aufkeilen der Latten etwas angehoben. Durch die hohen Wärmespannungen und das Wetter ist der Schornsteinkopf der schärfsten Beanspruchung ausgesetzt. Es empfiehlt sich, ihn in Hartbrandziegeln zu mauern und zu verfugen. Der „Anlauf“, d. h. Verjüngung des Schornsteinkopfes nach oben, sieht zwar gut aus, ist aber schwierig zu mauern und beeinträchtigt die Haltbarkeit des Fugen- oder Putzmörtels. Eine Konstruktion, die diese Schwierigkeiten umgeht und auch bei reicherer Formgebung die Haltbarkeit verbürgt, die aber im allgemeinen zu kostspielig ist, zeigt (221): Die Schornsteinwangen sind über Dach mit einer armierten Betonschicht von weißem Zement ummantelt.

Zur Blechverwahrung muß man dann greifen, wenn der Schornstein unterhalb des Firstes liegt. Sie ist an allen vier Schornsteinflächen 10-20 cm über die Dachhaut hochgezogen und oben mit einem umlaufenden Überhangstreifen abgedeckt. Ist der Schornstein verputzt, so sitzt der Überhangstreifen, unter den Putz greifend, glatt auf der Mauer (b). Bei verfugten Schornsteinen greift er in eine parallel zur Dachfläche ausgespitzte Nut, die mit Bitumenspachtelmasse ausgestrichen wird (223). An der Firstseite bildet die Blechverwahrung einen Sattel, der das Wasser seitlich ableitet; an der Traufseite legt sie sich als Schürze auf die Dachhaut. An den Seitenflächen ist die Verwahrung im Falzziegeldach als Blechrinne ausgebildet (223), im Biberschwanzdach ist sie schuppenartig in einzelnen Nockenblechen aufgelöst, die unter die anschließenden Ziegelscharen greifen (b). An den Ecken ist die seitliche Verwahrung mit der oberen und unteren verfalzt.