Dichtung und Dämmung
Das Einfachfenster mit Flachglas 34 mm sollte in unseren Klimazonen wegen des Wärmeverlustes nur für unbeheizte oder schwach beheizte Räume (z. B. Treppenhäuser, Gänge, Dachböden) angewandt werden (Bilder 8.1., 8.10., 8.11.).
Für voll beheizte Räume werden Doppelfenster oder Doppelverglasungen verwendet. Die Entwicklung in den letzten Jahrzehnten führte hier vom Kastendoppelfenster über das holzsparende, durch die äußere Leibung geschobene Flachkastenfenster (Bild 8.2.) zum Verbundfenster (Bilder 8.1., 8.3., 8.4., 8.7. und 8.8.), das zwar etwas ungünstiger in der Fugendichte ist, aber weitere Holz- und Beschlageinsparungen und den Vorteil der einfacheren Handhabung brachte. Verschiedene Flügelarten haben sich erst durch den Zusammenschluß der bisher getrennt betätigten Flügel durchsetzen können. Der jüngste Schritt, der nur mit der Festlegung bestimmter Öffnungs- und Profilmaße möglich ist, führt zu einem Fenster mit Einfachflügeln und vorgefertigten Doppelscheiben, die ein 1015 mm dickes Polster getrockneter Luft einschließen, dem sogenannten Thermofenster (Bilder 8.1., 8.5., 8.6., 8.9., 8.12., 8.13., 8.14.). Da es sich im Normalfall um einfache Flügelrahmen handelt, müssen die Fälze eine zusätzliche elastische Dichtung erhalten, oder es wird ein zusätzlicher Falz in die Profile eingefügt. Diese Variante wird z. B. bei Hebetüren gewählt, wo eine elastische Dichtung den Vorgang des Hebens und Senkens behindern und sich bald abschleifen würde (Bilder 8.12. und 8.13.). Das Thermofenster hat inzwischen seine großen volkswirtschaftlichen und funktionellen Vorteile erwiesen; so daß es in bestimmten Bereichen des industriellen Wohnungsbaues bevorzugt angewandt wird. In Bezug auf die Abdichtung der Fugen zwischen Blend- und Flügelrahmen werden auch bei Verbundfenstern – besonders bei kombinierten Holz-Leichtmetall-Konstruktionen – dauerhafte elastische Einlagen erprobt.
Die Wärmedämmung der Rahmenteile ist bei Holzfenstern wesentlich besser als bei Stahl oder Aluminium. Vor allem bei Stahl ist die Korrosionsgefahr durch Schwitzwasserbildung zu berücksichtigen.






